Wie jut, dass dir manchmal so’n Engel erscheint…

Ich durfte, wollte, konnte nicht schreiben.

Nicht über die wunderbare Absurdität gegen Düsseldorf. Nicht über die kleinen Tode in Karlsruhe und Heidenheim. Nicht über das Alles, was gegen Leipzig und in Lautern da war. Nicht einmal über die fünf Tore, die die Welt bedeuteten. Zuhause gegen Bochum. Alles das konnte, wollte ich nicht. Es war nur da, auf dem Platz. Was sollte ich denn groß sagen? So viele entworfene Texte, so wenig Ahnung davon, wo es hingeht. Ein dunkler, endloser Schacht.

Und heute nun sollte ich von einer Niederlage reden. Das sagt mir der Kicker, das sagt mir die Sportschau, das sagt mir die Welt. Wen interessiert das? Wen interessiert denn die ganze Welt, wenn der Mittelpunkt meines Herzens danach schreit, dass es das endlich gewesen ist. Wen interessieren denn dreißig Zeilen Text über etwas eigentlich so Egales, wenn das Egale gerade Weltrang erreicht? Aber nicht in diesen dreißig Zeilen, sondern in diesen neunzig Minuten.

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Jedenfalls waren die neunzig Minuten inhaltlich okay.

Ich gratuliere Darmstadt zum Aufstieg nach einem verdienten Sieg. Ich gratuliere dem FSV. Ich gratuliere Fürth. Ich gratuliere Sandhausen. Ich gratuliere Stuttgart. Ich gratuliere Hannover. Ich gratuliere auch Hertha. Ich gratuliere notfalls sogar dem hsv, wenngleich mir das Schweißperlen abringen wird, die ich schon vergessen wähnte.

Aber das Entscheidende war heute das, was nicht passiert ist. Und das, was vorher passiert ist. Und das Entscheidende ist das, was daraus wird. Ich brenne darauf, eine Geschichte zu erleben. Vielleicht hat sie heute ihren Anfang genommen. Und ich werde sie gerne mit begleiten und mit fortschreiben.

Dort oben im Erzgebirge, da hat sich eine wunderbare Geschichte in ein trauriges Ende gefügt. In ein tragisches zudem. Aber, lieber FC Erzgebirge, du findest deinen Weg zurück. Diesmal warst du derjenige, der weichen musste.

Und, mein magischer FC – und für dich weint. /juli

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